Donnerstag, 20. Juli 2017

We put our old blue genes on — [fuckǝt in de buckǝt]

Hanö — Hafentag
22. Juni 2017

Um 9:00 ist Manöverzeit, die Holländer rauslassen, an denen wir liegen. Dann endlich Frühstück, gefolgt von einigermaßen Klarschiff und Inventur. Zuerst pilgern wir zum Rest der Brücke, die der Sage nach eine einsame Frau zum Festland hin bauen wollte. Vor der Grotte hält die Familie aus Lübeck ein Picknick. Die Grotte hat einen ganz guten Klang. Zum ersten Geburtstag des Kleinsten, Paul, singen wir. Das scheint ihm zu gefallen... Runter zum Strand und — auf den Felsen liegend — die Zeit vergessen. "I see the sea, and the sea sees me." Durch den Buchenwald zurück. Und die sehr jungen, neugierigen Hirsche schauen uns an, die Rowdies.

Alle begeistert, von der Abwechslung der Landschaft, den Gerüchen, den Farben, den verschiedenen Perspektiven auf die See; von den Wurzeln, über die wir stolpern, den orangen, grauen und schwarzen Flechten, von den Vögeln (A girl named Su hört Nachtigallen am Tage)... Niemand hat jemals etwas so verzaubertes gesehen wie diese Insel! Die vielen Eindrücke bringen selbst Ms Ireland und Ms Holland zum Schweigen ;-)

Die Flower Power von Hanö

Wetter: Die Vorhersagen ändern sich stündlich. So instabil ist die Wetterlage. Die Isobarenkarte deutet darauf hin, dass der größte Schlamassel nördlich und südlich an uns vorbeizieht. (In Hamburg hat es einen schweren Sturm gegeben).

Und sonst: Schwätzchen am Steg mit den Lübeckern. Sie haben drei Monate Elternzeit und wollen bis Kalmar.

Um 10:30 sind alle Gastflaggen eingeholt; nur noch die schwedische hängt, auf Halbmast. Eine Frau bei der Gartenarbeit berichtet in gebrochenem Englisch auf Nachfrage, dass eine Inselbewohnerin gestorben ist.

Der neu angesetzte Sauerteig von Ms Ireland ist heute drei Tage alt, schon ein richtiger Charakter und hört auf den Namen Annifrid. Riecht frisch, wirft Blasen und hat Elefantenhaut bekommen.
Annifrid

Ein Spatz hat sich ins Schiff verirrt. Ms Holland fängt ihn mit einem Trockentuch ein und lässt ihn wieder frei.

Der Holländer von der Intention bleibt beim Frühstück auf ein Schwätzchen bei uns stehen. Er ist ein sanftmütiger Mann, erinnert die Skipperin an den jungen Leonard Cohen, und ist mit seinem Sohn unterwegs.


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